Coachella-Style 2016

Diese Woche beginnt das Coachella Valley Music and Arts Festival und schon Tage vorher boomt das #coachella auf Instagram. Viele der Bilder zeigen junge Frauen im passenden „Coachella Style“. Festivalgänger*innen zeigen sich von ihrer alternativen Seite, in einem Hippie-Look, der voller Cultural appropriation steckt.

Foto via screenshot

 Viele der Muster haben ihren Ursprung bei indigenen Völkern aus Nord- und Südamerika.

Ergänzt wird dies durch „Accessoires“ aus der hinduistischen Kultur, wie das Bindi.

Dieses dient als Zeichen für ein vermutetes energetisches drittes Auge oder das Mehndi, eine Körperbemalung der Braut mit Henna-Farbe.

Viele Träger*innen adoptieren Teile aus anderen Kulturen in ihren persönlichen Stil.

 

Foto via screenshot
 
Die Absichten sind wohl meist weltoffen und interkulturell, doch dass sich durch das Tragen solcher Kleidung auch andere Menschen angegriffen fühlen können bedenken wohl eher die Wenigsten.

Das Aneignen von Elementen einer Kultur, die von der eigenen Kultur systematisch unterdrückt und ausgebeutet wurde ist Cultural appropriation.

Das Problem beginnt aber bereits in der Gesellschaft, die mit zweierlei Maß misst. Tragen junge Indigene Kleider ihrer Kultur, so werden sie verurteilt und in eine Schublade gesteckt.

Sind die Träger*innen der Kleidung jedoch weiße “ Hipe-Kids, so werden diese für ihre Individualität gefeiert, obwohl diese nicht mal eine Verbindung dazu haben.

Des weiteren gehören „Indianer-Kostüme“, trotz der damit inbegriffenen rassistischen Vorurteile, immer noch zur typischen Karneval-Garderobe oder eben etwas rockig aufgestylt zum „Coachella-Style“

 

Quelle: http://www.karneval-depot.de/WebRoot/Store15/Shops/61355973/4969/BC95/A677/94B2/7E07/C0A8/28BA/F445/9234_7160_Indianer.jpg
 
Auch die großen Fast-Fashion-Ketten haben den Trend mit in ihr Sortiment aufgenommen. Mit der offiziellen “H&M Loves Coachella” Kollektion wird genau dieses Bild widerspiegelt. Dazu kommt, dass viele Muster und Schnitte einfach „gestohlen“ werden und zu einem viel höheren Preis, als neues „individuelles“ Produkt, verkauft werden. Mit dem Kauf unterstützt man also auch die Ausbeutung der Kulturen.

 

Toms Huaraches for 129$ Quelle: http://www.toms.com/women/white-cognac-leather-and-textile-womens-huaraches
 
Die Message ist klar “young, wild and free” aber wohl auch ohne Verstand. Was wird das nur für ein Festival-Sommer? Bitte tue uns das nicht an! 

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